Ernährung bei exokriner Pankreasinsuffizienz beim Hund
Die Diagnose exokrine Pankreasinsuffizienz, kurz EPI, bedeutet für viele Hundehalter zunächst eine grosse Verunsicherung. Die Bauchspeicheldrüse spielt eine zentrale Rolle bei der Verdauung, da sie wichtige Enzyme produziert, welche Fette, Eiweisse und Kohlenhydrate im Darm aufspalten.
Bei einer exokrinen Pankreasinsuffizienz produziert die Bauchspeicheldrüse diese Verdauungsenzyme nicht mehr in ausreichender Menge. Dadurch können Nährstoffe aus dem Futter nicht vollständig verwertet werden.
Mit einer angepassten Ernährung und der richtigen Unterstützung durch Verdauungsenzyme lässt sich die Erkrankung jedoch in vielen Fällen gut begleiten. Viele betroffene Hunde können wieder an Gewicht zunehmen und ihr Allgemeinzustand kann sich deutlich verbessern.
Was passiert bei einer exokrinen Pankreasinsuffizienz
Bei einer EPI arbeitet die Bauchspeicheldrüse nur noch eingeschränkt oder stellt die Produktion der Verdauungsenzyme teilweise ein. Die Nahrung gelangt zwar in den Darm, kann dort jedoch nicht ausreichend aufgespalten werden.
Typische Symptome können sein:
- starker Gewichtsverlust trotz gutem oder sogar gesteigertem Appetit
- sehr grosse Kotmengen
- weicher oder breiiger Kot
- häufig heller oder fettiger Kot
- Blähungen
- ein stumpfes Fell
Da der Körper wichtige Nährstoffe nicht mehr richtig aufnehmen kann, kann es langfristig auch zu Mangelerscheinungen kommen.
Welche Rolle spielt die Ernährung
Die Ernährung spielt bei einer exokrinen Pankreasinsuffizienz eine wichtige Rolle. Ziel ist es, dem Verdauungssystem möglichst leicht verdauliche Nährstoffe zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig eine ausreichende Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen sicherzustellen.
Wichtige Aspekte können dabei sein:
- gut verdauliche tierische Proteinquellen
- angepasste Fettmengen
- eine ausgewogene Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen
- Unterstützung der Verdauung durch Verdauungsenzyme
Auch die Zusammensetzung der Ration sollte sorgfältig geplant werden, da jedes Tier unterschiedlich auf bestimmte Zutaten reagieren kann.
Kohlenhydrate bei EPI
Bei der Fütterung von Hunden mit EPI wird teilweise empfohlen, grössere Mengen an Kohlenhydraten einzusetzen. Diese Empfehlung wird jedoch nicht von allen Fachpersonen gleich bewertet.
Aus Sicht von Tierisch-artgerecht sollte die Ernährung eines Hundes möglichst artgerecht aufgebaut sein. Hunde sind von ihrer Verdauungsphysiologie her vor allem auf die Verwertung tierischer Nährstoffe spezialisiert.
Ein dauerhaft sehr hoher Anteil an Kohlenhydraten in der Ernährung wird deshalb nicht grundsätzlich als sinnvoll angesehen. In einigen Fällen wird auch diskutiert, ob eine langfristig sehr kohlenhydratreiche Fütterung mit industriellen Futtermitteln zur Entwicklung von Verdauungsproblemen beitragen kann.
Bei der Erstellung individueller Fütterungspläne wird deshalb darauf geachtet, eine ausgewogene und gut verträgliche Zusammensetzung der Ration zu finden, die sich am einzelnen Tier orientiert.
Kann BARF bei EPI sinnvoll sein
Auch bei einer exokrinen Pankreasinsuffizienz kann eine individuell berechnete BARF Ernährung eine Möglichkeit sein. Entscheidend ist dabei, dass die Ration sorgfältig zusammengestellt wird und die notwendigen Verdauungsenzyme ergänzt werden.
Eine individuell berechnete BARF Ration kann beispielsweise:
- hochwertige und gut verdauliche Proteinquellen enthalten
- eine angepasste Fettmenge berücksichtigen
- leicht verdauliche Zutaten enthalten
- eine bedarfsgerechte Versorgung mit Nährstoffen sicherstellen
Da jedes Tier unterschiedlich reagiert, ist eine individuelle Berechnung der Ration besonders wichtig.
Individuelle Ernährungspläne
Bei Tierisch-artgerecht werden individuelle Ernährungspläne für Hunde und Katzen erstellt, die auch besondere gesundheitliche Situationen berücksichtigen können. Dazu gehören unter anderem Tiere mit exokriner Pankreasinsuffizienz, chronischer Niereninsuffizienz oder anderen Verdauungsproblemen.
Die Fütterungspläne werden auf das einzelne Tier abgestimmt und berücksichtigen Faktoren wie:
- Alter
- Gewicht
- Aktivitätslevel
- Gesundheitszustand
- Verdauungssituation
So kann eine möglichst gut verträgliche und bedarfsgerechte Ernährung zusammengestellt werden.
Umsetzung im Alltag
Damit individuell berechnete Ernährungspläne im Alltag möglichst einfach umgesetzt werden können, besteht eine Zusammenarbeit mit Barfegge.
Barfegge stellt individuelle Menüs für Hunde und Katzen exakt nach den jeweiligen Ernährungsplänen her. Die Zutaten werden präzise zusammengestellt, sodass die Mahlzeiten bedarfsgerecht vorbereitet sind.
Für Tierhalter bedeutet das eine besonders praktische Lösung. Das Menü muss lediglich aufgetaut, geöffnet und gefüttert werden.
Bestimmte empfindliche Supplemente, zum Beispiel wasserlösliche oder hitzeempfindliche Stoffe sowie Heilkräuter, werden bewusst nicht in die Menüs eingemischt, damit ihre Wirkung erhalten bleibt. Diese können bei Bedarf direkt zur Mahlzeit ergänzt werden.
Fazit
Die Diagnose exokrine Pankreasinsuffizienz bedeutet nicht, dass eine natürliche und angepasste Ernährung nicht mehr möglich ist. Mit einer sorgfältig zusammengestellten Ration und der richtigen Unterstützung durch Verdauungsenzyme kann vielen betroffenen Hunden geholfen werden.
Eine individuell angepasste Ernährung kann dazu beitragen, die Verdauung zu unterstützen und die Lebensqualität des Tieres zu verbessern.
Weitere Informationen zur individuellen Ernährungsberatung für Hunde und Katzen finden Sie bei